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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006

Abstract
Abstract

SO.11.04

Orbitadekompression bei endokriner Orbitopathie: Hat der chirurgische Zugang Bedeutung?

Hintschich C.
Universitäts-Augenklinik München

Eine Orbitadekompression ist ein chirurgischer Eingriff mit dem Ziel einer intraorbitalen Druckentlastung und/oder Proptosisreduktion bei endokriner Orbitopathie. Die Indikation kann primär funktionell sein bei manifester oder drohender Sehverschlechterung und bei retrobulbärem Druckgefühl oder ästhetisch bei entstellendem Exophthalmus.
Prinzipiell kann eine Orbitadekompression durch eine Vergrößerung der knöchernen Orbita oder einer Reduzierung ihres Weichteilgewebes erzielt werden. Hierfür stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: 1. Entfernung von Teilen der knöchernen Orbitawände, 2. Resektion von Orbitafettgewebe, 3. Umstellungsosteotomien.
In der fast 100-jährigen Geschichte der Orbitadekompression wurden alle diese Möglichkeiten in verschiedenen Kombinationen über eine Vielzahl chirurgischer Zugangswege von unterschiedlichen Disziplinen durchgeführt. Immer wieder wurde das eine oder andere Verfahren als das jeweils effizienteste oder komplikationsärmste vorgestellt, ohne dass bislang allgemeiner Konsens über die „beste“ Methode gefunden werden konnte. Der Frage, ob es diese gibt, und inwieweit der chirurgische Zugang bei der Orbitadekompression von Bedeutung für das Ergebnis und damit letztendlich den Patienten ist, soll im Referat nachgegangen werden.
Die unterschiedlichen Verfahren der Orbitadekompression werden im Zusammenhang von Nutzen und Risiko vorgestellt, basierend auf einer Literaturübersicht über die Berichte von mehr als 2000 Eingriffen. Neben den funktionellen Ergebnissen wie Visusverbesserung und Proptosisreduktion werden auch Komplikationen sowie Patientenzufriedenheit in die Bewertung mit einbezogen. Der Zuhörer soll sich damit selbst eine fundierte Meinung über das Für und Wider verschiedener chirurgischer Zugänge bilden können.


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