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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006
Abstract
Abstract
DO.07.01 Sehleistungen bei Industriearbeitern – Ergebnisse einer Screeninguntersuchung im Produktionsbereich Wilhelm B.1, Durst W.1, Weckerle P.1, Sell M.1, Fahr C.2, Röck R.2 1Kompetenzbereich Autonomes Nervensystem und Sicherheitsstudien des Steinbeis-Transferzentrums Biomedizinische Optik und Funktionsprüfung (STZ) an der Universitäts-Augenklinik Tübingen, 2DaimlerChrysler AG, Sindelfingen Ziel: Häufig wird in den Raum gestellt, dass helleres Licht am Arbeitsplatz zu besseren Sehleistungen und einer Reihe von biologischen und psychologischen Effekten führt. Wir bereiteten eine Studie im Auftrag der DaimlerChrysler AG vor, um diese Hypothesen zu überprüfen. In Vorbereitung auf diese Studie untersuchten wir die Sehleistungen der Arbeiter der Zielgruppe bei der Ausgangsbedingung von 500 Lux. Diese Untersuchung führte zu überraschenden Resultaten. Methode: Alle interessierten Beschäftigten im Bereich Rohbau-Finish der Mercedes E-Klasse im Werk Sindelfingen wurden vom Studienteam in Räumen der DaimlerChrysler AG untersucht. Dabei wurden folgende Parameter mit den angeführten Methoden erfasst: Nah- und Fernvisus – ETDRS-Tafeln; Kontrastsehen – Pelli-Robson Tafeln; Farbensehen – Farnsworth-Munsell-Hue 28; Dämmerungssehen – Mesoptometer II; Naheinstellungsbreite – Akkommodometer (Clemente-Clark); Pupillenuntersuchung; vordere und hintere Augenabschnitte. Die Studie war von der Ethik-Kommission der Med. Fakultät Tübingen genehmigt und alle Teilnehmer hatten ihr schriftliches Einverständnis gegeben. Ergebnisse: Unter 63 Mitarbeitern im Alter von 17 bis 63 Jahren (Median 46 J.) war bei 21 Beschäftigten der Visus mit eigener Korrektur schlechter als 0,8. Bei vier Mitarbeitern wurde ein glaukomverdächtiger Papillenbefund entdeckt, zwei Beschäftigte hatten ein unzureichendes Dämmerungssehen, einer eine Protan-Störung. In zwei Fällen lag ein Sehnerveninfarkt (AION) bzw. Hornhautendotheltrübungen vor. Schlussfolgerungen: In dieser Stichprobe aus einer unselektierten Population fanden sich eine erstaunlich hohe Morbidität und ein beträchtliches Ausmaß an optischer Fehlkorrektur. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, das Sehvermögen am Arbeitsplatz in weiteren Studien zu untersuchen.
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