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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006
Abstract
Abstract
FR.14.10 VariabilitĂ€t des PhĂ€notyp innerhalb Familienmitgliedern mit einer neuen Mutation im CRX-Gen JĂ€gle H., Kitiratschky V., Zabel T., Zrenner E., Wissinger B., Kohl S. UniversitĂ€ts-Augenklinik TĂŒbingen Ziel: Die progressiven autosomal dominanten Zapfen- (ZD) und Zapfen-StĂ€bchen-Dystrophien (ZSD) sind eine hinsichtlich der Genetik und dem PhĂ€notyp heterogene Gruppe von Netzhautdystrophien. Bislang wurden Mutationen im RDS, GUCA1A, GUCY2D und CRX-Gen beschrieben. Wir beschreiben hier die VariabilitĂ€t des PhĂ€notyps innerhalb vier Familiemitgliedern mit einer neuen Mutation im CRX-Gen. Methode: Die DNA von Familienmitgliedern eines betroffenen Patienten wurde mittels eines mutationsspezifischen PCR/RFLP-Assays untersucht. Bei den verfĂŒgbaren Patienten wurde eine ophthalmologische (SehschĂ€rfe, Farbensehen, Gesichtsfeld, Dunkeladaptation) und elektrophysiologische Untersuchung (ISCEV Ganzfeld und multifokales ERG) durchgefĂŒhrt. Ergebnisse: Wir identifizierten eine neue Frame-shift Mutation in Exon 4 des CRX-Gens, c.636delC, die zu einem vorzeitigen Stop-codon und vermutlich zu einer VerkĂŒrzung des CRX Polypeptides fĂŒhrt. Eine Mutationsanalyse innerhalb der Familie bestĂ€tigte die Segregation der Mutation mit dem PhĂ€notyp und fĂŒhrte zur Identifikation weiterer MutationstrĂ€ger. Die klinische Untersuchung von vier Familienmitgliedern zeigte, daĂ alle untersuchten MutationstrĂ€ger auch klinische Zeichen einer ZD aufwiesen. Die SehschĂ€rfe betrug 0.1/0.1 (RA/LA) und 0.03/0.03 im Alter von 45 und 47 Jahren, 0.8/0.8 und 1.0/1.0 im Alter von 21 und 16 Jahren. WĂ€hrend die Gesichtsfelduntersuchung bei allen Patienten eine zentrale Empfindlichkeitsreduktion von variablem AusmaĂ zeigte, fanden wir nur bei einem Patienten einen peripheren Gesichtsfelddefekt. Das ISCEV-ERG zeigte niedere Amplituden der StĂ€bchenantworten und reduzierte Amplituden der Zapfenantworten, das multifokale ERG wies eine zentral betonte Reduktion der Amplituden und eine VerlĂ€ngerung der Gipfelzeiten auf. Schlussfolgerungen: Wir identifizierten eine neue Mutation im CRX-Gen und beschrieben die VariabilitĂ€t des zugehörigen PhĂ€notyps. Dies unterstreicht die Bedeutung einer detailierten PhĂ€notypbestimmung bei Patienten mit bekannten Mutationen als Grundlage fĂŒr die Entwicklung von Modellen der Krankheitsmechanismen. Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert: KFO134, Ko2176/1-1 an SK & BW und JA997/8-1 an HJ & EZ.
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