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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006

Abstract
Abstract

FR.14.07

ABCA4-Genanalyse bei Patienten mit Zapfen- und ZapfenstÀbchendystrophie

Kitiratschky V.1, Schaich S.1, Zabel T.2, Zrenner E.2, JĂ€gle, H.2, Kohl S.1, Wissinger B.1
1Molekulargenetisches Labor, UniversitĂ€ts-Augenklinik TĂŒbingen, 2Abteilung fĂŒr Pathophysiologie des Sehens und Neuro-Ophthalmologie, UniversitĂ€ts-Augenklinik TĂŒbingen

Ziel: Autosomal rezessive Zapfen- und ZapfenstĂ€bchendystrophien können durch Mutationen im ABCA4-Gen verursacht sein. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der PrĂ€valenz von ABCA4-Genmutationen in einer grĂ¶ĂŸeren Gruppe von Patienten mit familiĂ€ren Zapfen-, ZapfenstĂ€bchendystrophien (CD/CRD).
Methode: Einschlusskriterien waren eine klinisch diagnostizierte CD/CRD und ein mutmaßlich autosomal rezessiver Erbgang mit zwei oder mehr betroffenen Familienmitgliedern. 70 unabhĂ€ngige Familien/Patienten erfĂŒllten diese Kriterien. Eine Mutationsanalyse wurde mittels ABCR400-Genchip (AsperOphthalmics, Tartu) durchgefĂŒhrt. Die detektierten Mutationen wurden durch DNA-Sequenzierung und Segregationsanalysen in den Familien validiert.
Ergebnisse: Mittels Genchipanalyse wurden bei 26/70 (37%) Patienten mutmaßlich pathogene ABCA4-Mutationen nachgewiesen. Alle Mutationen konnten durch DNA-Sequenzierung bestĂ€tigt werden. Bei 12 Patienten (17%) wurden Mutationen auf beiden Allelen detektiert; 3 Patienten waren homozygot, 9 Patienten compound heterozygot fĂŒr verschiedene ABCA4-Mutationen. In 6 dieser FĂ€lle wurde eine unabhĂ€ngige und konsistente Segregation der gefundenen Mutationen nachgewiesen. Bei 14 Patienten wurde mittels Genchip nur ein mutiertes ABCA4-Allel detektiert. Bei 3 Patienten lagen mutmaßlich Komplex-Allele vor, die durch eine Phasenkopplung zweier cosegregierender SequenzverĂ€nderungen charakterisiert sind. Dies konnte durch Segregationsanalyse in einer Familie bestĂ€tigt werden. Bei einem Patienten konnte mittels Genchipanalyse keine Mutation, aber Homozygotie bezĂŒglich aller untersuchten Polymorphismen nachgewiesen werden, so dass hier eine Kopplung mit dem ABCA4-Locus vermutet werden kann. In laufenden Sequenzanalysen werden die Patienten mit singulĂ€ren ABCA4-Mutationen weiter untersucht.
Schlussfolgerungen: Diese Studie zeigt eine hohe PrÀvalenz von ABCA4-Genmutationen bei Patienten mit autosomal rezessiver CD/CRD. Durch die Anwendung des Genchips konnte bei ca. 1/3 der Patienten mindestens eine pathogene Mutation nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen eine hohe SpezifitÀt der Genchipanalyse; deuten aber auch darauf hin, dass das Mutationsspektrum im ABCA4-Gen noch nicht umfassend reprÀsentiert ist.


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