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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006

Abstract
Abstract

SA.08.05

Ein seltener Lidtumor – Kasuistik

Elle J. S.1, Müller-Holz M. F.1, Kohlhaas M.2, Matthé E.1, Pillunat L. E.1 
1Augenklinik des Universitätsklinikums Dresden; 2St.-Johannes-Hospital Dortmund

Ziel: Eine große Bandbreite von benignen und malignen Tumoren können die Lider befallen. Ihren Ursprung können diese aus sehr unterschiedlichen Geweben haben, wie z.B. der Haut, den Haarfollikeln oder spezialisiertem Drüsengewebe. Die Mehrheit der Lidtumoren (Papillome, Naevi, seborrhoische Keratose, Nävus, Keratoakanthom) sind benigner Natur. Sehr selten finden sich Metastasen, das Merkelzellkarzinom sowie das Adenocarcinom der Schweißdrüsen, welches mit einer Häufigkeit von 2% vorkommt. Wir möchten hier den Fall einer Patientin mit seltenem malignen Lidtumor vorstellen.
Methode: Eine 80-jährige bemerkte im medialen Lidwinkel einen Tumor, der seit etwa 18 Monaten bestand. Makroskopisch zeigte sich ein circa 2x4 cm über dem Saccus lacrimalis gelegener großer, rötlich-livider, minimal eindrückbarer, nicht druckdolenter Tumor. Die Lidstellung und der Lidschluß waren nicht beeinträchtigt, die Tränenpünktchen nicht beteiligt. Der übrige ophthalmologische Befund war bis auf das Vorliegen einer Katarakt unauffällig. Da laut Patientin der Tumor innerhalb der letzten zwei Monate an Größe zunahm, entschlossen wir uns zur Entfernung. Die Defektdeckung erfolgte mittels Verschiebelappen unter Schonung der Tränenwege.
Ergebnisse: Der histologische Befund zeigte ein gering schleimbildendes Adenocarcinom mit begleitender Lymphangiosis carcinomatosa. Eine eingeleitete Abklärung ergab keinen Hinweis auf das Vorliegen eines Primärtumors. Somit gehen wir am ehesten von einem primären Schweißdrüsenadenokarzinom aus.
Schlussfolgerungen: Um zu prüfen, dass es sich bei dem Adenocarcinom nicht um eine Metastase von einem der häufigsten Primärtumoren wie Mamma, Lunge oder Colon handelt, ist eine interdisziplinäre Diagnostik notwendig. Kontrolluntersuchungen sind zwingend anzustreben, um mögliche Rezidive bzw. eine Metastasierung zeitnah zu erkennen und ggf. zu therapieren.


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