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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006

Abstract
Abstract

FR.17.08

HP-Guar als neues Tränenersatzmittel – Eine in-vitro-Toxizitätsstudie

Kasper K.1, Kremling C.1, Geerling G.2
1Universität zu Lübeck, Klinik für Augenheilkunde, Lübeck, 2Universitätsklinikum Würzburg, Augenklinik und Poliklinik, Würzburg

Ziel: Die Verwendung von Konservierungsmitteln (z.B. Benzalkoniumchlorid) in pharmazeutischen Tränenersatzmitteln, induziert zytotoxische Effekte. Unlängst wurde HP-Guar als neues künstliches Tränenersatzmittel eingeführt, das als Konservierungsmittel Polyquad® (0,001%) enthält, das nur eine gering zytotoxische Wirkung haben soll. Wir untersuchten die Wirkung von konserviertem und konservierungsmittelfreiem HP-Guar in Zeit- und Dosiswirkungsexperimenten in einem humanen Hornhaut-Epithelzell-Kulturmodell.
Methode: SV-40 immortalisierte humane Bindehaut- und Hornhautepithelzellen wurden in 96 Lochplatten bei 37°C und 5% CO2 mit den Testsubstanzen inkubiert. Die Zellmigration wurde in einem Kolonie-Dispersions-Assay über 12, 24, 48 und 96 Stunden, die Proliferation mit Hilfe eines Lumineszenz basierten ATP-Assay und die Zytotoxizität mit Hilfe einer Doppelfluoreszenz-Vitalfärbung (Calcein AM/Ethidium- homodimer D1-Assay) untersucht. Die Versuche wurden in Triplikaten und in Wiederholung durchgeführt. Die Signifikanz der Unterschiede bei der Zellproliferation wurde mit einem unpaarigen zweiseitigen t-Test bestimmt.
Ergebnisse: Konserviertes HPMC war in allen getesteten Konzentrationen zytotoxisch; ohne Konservierungsmittel ergab sich nur bei 100% ein toxischer Effekt, aber eine gute Vitalität in der Doppelfluoreszenz- Vitalfärbung. HP-Guar, konserviert und unkonserviert, zeigte ein höhere Toxizität als das unkonservierte HPMC. Wider Erwarten erwies sich unkonserviertes HP-Guar als toxischer und reduzierte die Zellproliferation signifikant mehr als konserviertes HP-Guar.
Schlussfolgerungen: Auch moderne unkonservierte Tränenersatzmittel können in-vitro ein deutliches zytotoxisches Potential aufweisen. Unkonserviertes HPMC kann weiterhin als wenig toxisches Tränenersatzmittel bewertet werden. Mögliche Erklärungen und Grenzen der Ergebnisse werden diskutiert werden.


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