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104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2006

Abstract
Abstract

FR.09.01

Trockenes Auge bei chronischer Hepatitis C

Jacobi C.1, Wenkel H.2, Korn K.3, Cursiefen C.1, Kruse F. E.1
1Augenklinik mit Poliklinik, Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg, Erlangen; 2Coburg; 3Institut fĂŒr Klinische und Molekulare Virologie, Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg, Erlangen

Infektiöse Erkrankungen wie die chronische Hepatitis C können ursĂ€chlich fĂŒr Störungen im Aufbau des TrĂ€nenfilms sein. Etwa 70% aller chronischen Virushepatitiden sind in Deutschland Hepatitis C-bedingt.
Über eine Rolle des Hepatitis C Virus (HCV) bei der Genese okulĂ€rer VerĂ€nderungen liegen derzeit nur wenige Berichte vor. Einige Autoren sehen einen Zusammenhang zwischen einer Hepatitis C-Infektion und einer Keratitis, dem Sjögren Syndrom, einer Retinopathie sowie einer Pigmentepitheliitis oder dem Ulkus Mooren. Pathogenetische Betrachtungen stellen das T-Zellsystem in den Vordergrund. Patienten mit einer starken, multispezifischen und langandauernden CD4+- und CD8+ T-Zellantwort im peripheren Blut können das Virus spontan kontrollieren, eliminieren und die Erkrankung ausheilen. Persistenz des Hepatitis C Virus und Übergang in eine chronische Hepatitis ist dagegen Folge einer schwachen T-Zellantwort. EntzĂŒndliche VerĂ€nderungen im Rahmen einer lymphoiden Infiltration der TrĂ€nendrĂŒse durch das Hepatitis C-Virus und autoimmunologische VorgĂ€nge stehen ursĂ€chlich im Zusammenhang mit dem klinischen Beschwerdebild des trockenen Auges.
Untersuchungen des Zytokinprofils von proinflammatorischen Zytokinen könnten in Relation zum Zytokinprofil des peripheren Blutes möglicherweise Auskunft ĂŒber den AusprĂ€gungsgrad der Keratokonjunktivitis sicca bei chronischer Hepatitis C-Infektion geben.
Ziele dieses Projektes sind daher Untersuchungen von Patienten mit chronischer Hepatitis C im Vergleich zu einer Kontrollgruppe in interdisziplinÀrer Zusammenarbeit:


  1. HĂ€ufigkeit der Keratokonjunktivitis sicca.
    Methode: BUT, Basalsekretionstest nach Jones, TrÀnenasservierung
  2. Detektion von HCV-RNA im TrÀnenfilm von Hepatitis C-VirustrÀgern. Vergleich der HCV-RNA-Konzentration in TrÀnenfilm und Serum.
    Methode: Polymerase-Kettenreaktion (PCR)
  3. Impressionszytologische Untersuchungen: Detektion der Anzahl Becherzellen pro mm2 EpitheloberflÀche zum Nachweis von Störungen in der Muzinphase des TrÀnenfilms.
    Methode: Impressionszytologie, PAS FĂ€rbung
  4. Charakterisierung des Zytokinprofils im prÀkornealen TrÀnenfilm im Vergleich zum peripheren Blut.
    Methode: TrÀnenasservierung, Multiplex-Assay mittels farbcodierter micro beads zur Cytokin-Analyse
  5. Etablierung eines speziellen Untersuchungsprofils fĂŒr Patienten mit chronischer Hepatits C-Infektion im Rahmen der Sicca-Sprechstunde.
Ergebnisse von Pilotuntersuchungen zeigen, dass die HCV-Infektion die Entwicklung zum trockenen Auge unterstĂŒtzt.


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